ZEIT: Abkommen dient undurchsichtigen Waffengeschäften Israel/VAE: Linke Medien schreiben den Frieden schlecht

Das historische Abkommen zwischen Israels Präsident Benjamin Netanjahu (r.) und dem Kronprinz der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed Bin Zayed, wird von deutschen Medien kritisiert.

 

Von MANFRED W. BLACK

Wie PI-NEWS am 15. August berichtete, wollen Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erstmals diplomatische Beziehungen aufnehmen und damit das bisher feindselige Verhältnis beenden. Eine historische Einigung. Vermittelt bei den komplizierten Verhandlungen hat die US-Administration – unter Beteiligung des Präsidenten Donald Trump und seines jüdischen Schwiegersohns Jared Kushner. Die Hamas, die Hisbollah, die Türkei und der Iran schäumen vor Wut.

Die islamischen Staaten sehen ihre politischen Felle davon schwimmen und auch die linken Medien des Mainstreams hierzulande sind nicht übermäßig erfreut ob des neuen Abkommens. Überraschend ausführlich kommen bei ihren Berichterstattungen und Kommentaren immer wieder mächtige islamische Kritiker zu Wort – also Gruppierungen, die direkt oder indirekt den jetzigen, vornehmlich jüdisch geprägten Staat Israel vernichten wollen.

So argwöhnt etwa die Zeit – unter Berufung auf die linke israelische Tageszeitung Haaretz, die sich den jetzigen Regierungen in Israel und in den USA in heftiger Abneigung verbunden fühlt –, das neue Abkommen zwischen den VAE und Israel könnte weniger dem Frieden dienen als umfangreichen, undurchsichtigen Waffengeschäften. Der Zeit kommen offensichtlich aktuell verleumderische Aussagen von Haaretz („The Real Deal for Israel and the UAE Is Weapons“) sehr gelegen, um die israelische Regierung wieder einmal zumindest unterschwellig als militaristisch und geldgierig zu diffamieren. Es passt zum Gesamtbild, dass die Tageszeitung Haaretz zu 20 Prozent der deutschen, links orientierten Verlagsgruppe DuMont gehört.

Außerdem merkt die Zeit in ihrem Artikel an, Israel sei „mit den meisten arabischen Staaten in der Region verfeindet“. Erklärt wird nicht, dass die feindseligen Aktionen bisher immer von Arabern ausgingen und dass arabische Staaten in den vergangenen sieben Jahrzehnten mehrfach Kriege gegen Israel vom Zaun gebrochen haben.

Die Bild-Zeitung berichtet als eine der wenigen Zeitungen in Deutschland wesentlich ausgewogener über das Abkommen zwischen den VAE und Israel. Der „Friedensschluss“ habe „bereits erste Früchte“ getragen: Unternehmen aus Israel und aus den VAE hätten eine „Forschungskooperation zur Bekämpfung des Corona-Virus vereinbart“. So eine Zusammenarbeit sei vor Kurzem noch völlig undenkbar gewesen.

Kritiker, die Israel feindlich gesonnen sind, kommen ausgiebig zu Wort

Das Hamburger Abendblatt – eine der wichtigsten Regionalzeitungen der mächtigen, bundesweit verbreiteten linksliberalen Funke-Mediengruppe – brachte zu dem sensationellen Abkommen eine aufschlussreiche Print-Schlagzeile. Am 15. August hieß es in der Überschrift – unterschwellig vieldeutig: „Israels neue Freunde – und was dahinter steckt.“ Der darunter stehende Vorspann lautete verräterisch: „Das Abkommen erntet scharfe Kritik und höchstes Lob.“ Es hat wirklich mehr Kritik als Lob gegeben? Und wichtiger noch: Von wem kam die „scharfe Kritik“ – von wem „höchstes Lob“?

Ähnlich irritierend haben etwa TagesschauDeutsche Welle (DW)Süddeutsche Zeitung oder der österreichische Standard berichtet. Diese Medien informierten zwar über den Inhalt des Abkommens zwischen den VAE und Israel, und viele ließen gleich anschließend auch positiv kommentierende Stimmen aus den USA, Israel, den VAE oder Ägypten zu Wort kommen.

Doch auf seltsam anmutender „Augenhöhe“ wurden ebenfalls ausführlich radikal-kritische Stimmen zitiert – aus den Reihen der terroristischen Hamas, der mörderischen Hisbollah, aus dem totalitär-islamisch unterdrückten Iran und aus der autoritär regierten Türkei. Unerwähnt blieb dabei, dass diese wütenden Kritiker immer wieder das Existenzrecht Israels in Frage stellen – ja, dass sie teils Israel aus den Atlanten radieren wollen.

Die öffentlich-rechtliche Deutsche Welle zum Beispiel, die zur ARD gehört und überall auf der Welt gern von deutschsprachigen Hörern eingeschaltet wird, tat so, als wolle sie nach dem Abkommen objektiv über die weltweiten Reaktionen berichten. Der Sender vergaß aber dabei ausdrücklich nicht zu erwähnen, dass der Staat Israel nach jahrzehntelangen schweren Konflikten mit den Palästinensern „in vielen Ländern des arabischen Raums weiterhin unbeliebt oder verhasst“ ist. Ob der Hass berechtigt oder völlig unberechtigt ist? Kein Wort dazu ist zu hören.

Abkommen: „Dolchstoß“ für den Frieden im Nahen Osten?

Besonders wortreich durfte Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif seine Position in der ARD-Tagesschau verkünden: Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und den VAE sei ein „Dolchstoß“ in den Rücken der Palästinenser und aller Muslime. Von einem „schändlichen“ Schritt war die Rede.

Die Tagesschau hat in ihrer Berichterstattung den hierzulande historisch besonders belasteten Begriff „Dolchstoß“ in ihrer Film-Berichterstattung auffällig hervorgehoben. Mancher erschreckte deutsche Zuschauer hat dadurch den Eindruck gewonnen, das bilaterale Vereinbarungen sei womöglich geeignet, dem labilen Frieden in Nahost den Todesstoß zu versetzen. Die Wahrheit ist: Genau umgekehrt wird ein Schuh draus.

Typischerweise stellt die ARD-Nachrichtensendung dann auch noch einen links positionierten israelischen Kritiker in den Vordergrund, der seinem eigenen Regierungschef Benjamin Netanjahu nicht zum ersten Mal in der internationalen Öffentlichkeit in den Rücken gefallen ist. Der Historiker Moshe Zimmermann durfte in der Tagesschau lang und breit die These verbreiten, hinter dem Abkommen steckten nur verachtenswerte Wahlkampfkalküle der Regierungen in den USA und in Israel.

Zimmermann – seit Jahrzehnten eifrig bemüht, die Interessen der Palästinenser auch in Israel immer wieder eindrucksvoll zu vertreten – durfte dann in der ARD die in der israelischen Gesellschaft völlig umstrittene Meinung vertreten, an der angeblichen „Annexionspolitik“ Netanjahus werde sich leider nichts ändern. Unterschwellig sagt Zimmermann damit, das Zwei-Staaten-Abkommen sei gefährlich für die arabische Seite.

Wolf Biermann über die „Ausgewogenheit“ der Medien: Ein „Feigenblatt in Fingernagelgröße“

Diese einseitige westliche Nahost-Berichterstattung hat der Bänkelsänger Wolf Biermann, den die kommunistische DDR einst aus politischen Gründen ausgebürgert hat, schon im Jahr 2006 angeprangert: „Journalistische Ausgewogenheit der Berichterstattung über den Nahostkonflikt ist für das populäre deutsche Wochenmagazin ’stern‘ nur noch ein Feigenblatt in Fingernagelgröße.“

Das „wirkungsmächtigste Blatt des Westens, ‚Der Spiegel’“ beuge „sich der antiisraelischen Stimmung in Deutschland und bestärkt sie zugleich im Tonfall augenzwinkernder Ausgewogenheit“. Die allermeisten „Nachrichten im Radio, die verschiedenen Fernsehsender“ sängen, fügte Biermann hinzu, „mit falscher Stimme und echtem Gefühl, so wie das deutsche Harfenmädchen in Heines Wintermärchen“. Ihn widere „die großmäulige Besserwisserei der Wenigwisser in Europa gegenüber dem Nahostkonflikt“ an.

Joe Biden wäre flugs für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden

Hätte der linksliberale Joe Biden diese Erfolge des jetzigen Präsidenten Donald Trump erzielt, hätten die deutsche Bundesregierung und die EU – massiv unterstützt durch die Medien des Mainstreams – den Präsidentschaftskandidaten sicherlich sofort für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Bei Trump ist das gänzlich anders: Eigentlich alles, was er macht, ist aus der Sicht der internationalen Linken letztlich schier des Teufels.

Und der konservative Bibi Netanjahu, seit etlichen Jahren Regierungschef des einzigen demokratisch regierten Landes in Middle East, kann auch machen, was er will: Er gilt für den linken medialen Mainstream hierzulande als ganz schlimmer Finger. Schon allein deswegen, weil er sich Trump politisch eng verbunden fühlt. Streng religiöse islamische „Führer“-Figuren wie Ali Chamenei werden dagegen in aller Regel mit Samthandschuhen angefasst.

Für die meisten Medien gilt seit der APO-Zeit in den 68er-Jahren der ungeschriebene Grundsatz: Die islamischen Araber sind grundsätzlich gut – die jüdischen Israelis dagegen schlecht. Kritiker sagen, dass diese Israel-Feindlichkeit nichts anderes ist als der – getarnte – Antisemitismus des 21. Jahrhunderts.

 

Source: ZEIT: Abkommen dient undurchsichtigen Waffengeschäften Israel/VAE: Linke Medien schreiben den Frieden schlecht

Die Schere klafft immer weiter auseinander Deutsche werden reicher – Niedrigzinsen fördern soziale Ungleichheit

Trotz Coronakrise hat das Finanzvermögen der Deutschen mit 6,5 Billionen Euro einen historischen Höchststand erreicht. Das sind 212 Milliarden Euro mehr als Ende März dieses Jahres, der höchste absolute Zuwachs, den es jemals in einem Quartal gegeben hat. Diese Zahlen gehen aus einer aktuellen Analyse der Direktbank ING-Diba zur privaten Vermögenssituation in Europa hervor. Hintergrund dieser Entwicklung ist der steile Anstieg der Preise für Aktien und Edelmetalle an den Kapitalmärkten, der in den letzten Wochen zu verzeichnen war. Seit seinem Tief bei knapp 8.260 Punkten im März hat allein der Deutsche Aktien Index (DAX) um fast 60 Prozent zugelegt.

Dasselbe gilt für den marktbreiten US-Index S&P 500. Da die Deutschen in den ersten drei Monaten des Jahres Aktien im Wert von 14 Milliarden Euro gekauft hatten, konnten sie von der Kursexplosion stark profitieren. Auch Gold und Silber, die immer mehr Deutsche aus Furcht vor Inflation im Depot haben, sind stark im Wert gestiegen.

Die positive Preisentwicklung bei diesen Assets ist sowohl auf die expansive Geldpolitik der Notenbanken mit Nullzinsen und billionen- schweren Anleihekäufen als auch die umfangreichen Konjunkturprogramme der Regierungen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Virus-Pandemie zurückzuführen. Daran dürfte sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. Gerade erst hat US-Notenbankchef Jerome Powell das bislang geltende strenge Inflationsziel von zwei Prozent aufgeweicht. Man ist jetzt bereit, auch eine höhere Preissteigerung zuzulassen, wenn die Rate zuvor über einen längeren Zeitraum unterhalb dieser Marke notierte. Derzeit ist die Inflation in den Vereinigten Staaten mit einem Prozent gerade einem halb so hoch. Das lässt für die nächsten Jahre konstant niedrige Zinsen erwarten, und das nicht nur in den USA, sondern weltweit.

Angesichts der wachsenden Verschuldung von Staaten, Unternehmen und Konsumenten, die im zweiten Quartal 2020 die gigantische Summe von 270 Billionen Euro erreicht hat, wären höhere Kapitalkosten aufgrund steigender Zinsen auch fatal, denn sie würden den Schuldendienst für viele Kreditnehmer unbezahlbar machen und im Ergebnis zu einem Kollaps führen.

Weil Anleihen und Sparbücher nur noch Renditen unterhalb der Inflationsrate abwerfen und das dort angelegte Geldvermögen real an Wert verliert, werden neue Anlagealternativen gesucht. Weil die Preise für Immobilien nach der Finanzkrise im Jahre 2008 auch in Deutschland explodiert und deshalb für den Durchschnittsbürger unerschwinglich geworden sind, fließt immer mehr privates Kapital an die Finanzmärkte, wo die Kurse trotz Corona-Rezession immer neue Rekordstände markieren.

Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen, zumal die Deutschen über erhebliche Liquiditätsreserven verfügen. Nach Angaben der ING wurden im ersten Quartal des Jahres rund 20 Milliarden Euro in Form von Geldvermögen zurückgelegt, also z.B. auf Spar- und Girokonten geparkt. Das entspricht 22 Prozent der gesamten Sparsumme. Künftig könnte ein größerer Teil dieses Betrages ebenfalls an die Kapitalmärkte fließen und so den Preisauftrieb bei Aktien noch weiter befeuern.

Doch auch das gehört zur Wahrheit: Das private Vermögen in Deutschland konzentriert sich in den Händen einiger weniger Bürger. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) besitzt das oberste Prozent der Bevölkerung hierzulande 35 Prozent aller Vermögenswerte, während es die ärmere Hälfte der auf lediglich 1,5 Prozent bringt.

Die ungleiche Vermögensverteilung hat sich seit der letzten Finanzkrise sogar verschärft, wie die ING-Studie zeigt: Während das real verfügbare Einkommen nach 2009 bei den untersten 20 Prozent der privaten Haushalte um 37 Prozent wuchs, waren es bei den obersten 5 Prozent dank steigender Aktienkurse und Immobilienpreise mit 71 Prozent deutlich mehr.

Noch höhere Steuern für Besserverdienende, wie sie dieser Tage der designierte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz fordert, würden daran wenig ändern. Denn es ist die lockere Geldpolitik der Notenbanken, die dafür sorgt, dass die Vermögenden immer wohlhabender werden und die Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht.

Erst wenn diese Politik beendet wird und die Zinsen wieder ein Niveau zumindest in Höhe der Inflation erreichen, wird diese Entwicklung gebremst. Doch damit ist selbst auf längere Sicht nicht zu rechnen. Der Druck im sozialen Kessel wird deshalb weiter steigen und irgendwann zur Explosion kommen!

Bestellinformationen:
» Volker Nied: Vorbereitung auf den finalen Crash, 252 Seiten, 22,99 Euro – hier bestellen!


(Dieser Beitrag ist zuerst bei KOPP Report erschienen).

 

Source: Die Schere klafft immer weiter auseinander Deutsche werden reicher – Niedrigzinsen fördern soziale Ungleichheit